2016

Der Beginn
Taras Darii, Druide und König zu Eisengut, begab sich einst zu Forschungszwecken in das benachbarte Königreich Hohenfall. Er hatte Legenden und Gerüchte über einen Drachen gehört, der dieses Land vor hunderten von Jahren heimgesucht hatte und jüngst wieder gesichtet wurden sei.
Begleitet wurde er von seinem treuen Freund Wolfgang Eziore Vilkas, der Taras`Expedition mit seinen Kämpfern unterstützte.
Sie stießen auf eine verlassene, von der Natur zurückeroberte Burg, die zu einem großen Teil nur noch eine Ruine war. Vorsichtig und auf jeden Schritt bedacht, um an manch gefährlicher Stelle keinen Einsturz zu verursachen, erkundete die Gruppe die noch bestehenden Gebäudeteile. Was sie entdeckten waren verwitterte Gemälde, von denen nur noch wenig zu erkennen war. In den Kellergewölben ruhten in steinernen Särgen die Gebeine der damaligen Herrscher dieses Landes. In der Kapelle der Burg zeigte ein von Motten und Witterung zerfressener Wandteppich die letzten Überreste des Stammbaums einer scheinbar sehr alten Familie. Nur die jüngsten Namen im oberen Teil konnten noch entziffert werden und offenbarten die letzten drei Generationen.

Als sie schließlich eine Bibliothek entdeckten mit Schriften, welche möglicherweise Zeitzeugen waren und Licht ins Dunkel der Legenden zu bringen vermochten, stand fest dass sie einige Tage hier verbringen würden. Die Schriften waren leider zu alt und mussten mit äußerster Vorsicht behandelt werden, sodass ein Transport nach Eisengut keinesfalls in Frage kam!
Also begann Wolfgang mit seinen Männern ein Lager aufzuschlagen, während Taras seinem druidischen Interesse folgte und die angrenzenden Wälder erkundete. Möglicherweise wuchsen hier ihm noch unbekannte Pflanzen. Außerdem überließ er es in seiner Pflicht gegenüber Mutter Natur nicht den anderen mögliche Versorgungsquellen auszumachen. Bald schon verlor sich Taras in seinen Studien, bot doch dieser Wald so viele Heilkräuter zum Aufstocken der Vorräte, eine Blüten- und Farbenpracht obwohl der Herbst schon längst Einzug hielt. Taras wusste dass die Natur keinesfalls nur aus Friede und Freude bestand, doch dieser Wald verströmte so eine Ruhe und Ausgeglichenheit, wie er es nur selten zu spüren vermocht hatte. Er konnte nicht sagen wie lange er schon unterwegs war oder wie weit er sich von den anderen entfernt hatte, als ihn plötzlich das Gefühl beschlich beobachtet zu werden.

Die Begegnung
Es war kein unangenehmes oder bedrohliches Gefühl und doch ahnte Taras, dass er besser keinen falschen Schritt tat und auch sehr bedacht bei seinen Handlungen vorgehen sollte. Das Gefühl ließ ihn nicht los und als der Tag begann sich dem Ende hin zu neigen, was für ihn eigentlich das Zeichen war langsam zum Lager zurück zu kehren, da sollte er den Grund für dieses Gefühl erfahren.
Mit einem Mal konnte der Druide eine Präsenz in seinem näheren Umfeld wahrnehmen und schließlich erfüllten Worte diesen Ort: „Wer seid Ihr? Was ersucht Ihr in diesem Wald zu finden?“
Es war eine sanfte, weibliche Stimme die Taras vernahm und ihn an das Flüstern des Windes in den Blättern erinnerte. Höflich und der Etikette folgend stellte sich Taras vor, bevor er seinerseits eine Frage wagte: „Mit Verlaub, dürfte auch ich erfahren mit wem ich die Ehre habe?“
Eine junge Frau, gekleidet in den Farben der Natur trat aus einem Dickicht heraus und offenbarte sich ihm. In ihrer Hand hielt sie einen Stab mit herbstlichenfarbenem Blattwerk und Blüten, die er zuvor noch nie gesehen hatte. Ihr Haar war ebenfalls geschmückt mit herbstlichen Blättern … oder wuchsen sie aus ihnen heraus? Und in ihren mystisch grünen Augen spiegelte sich das pure Leben dieses Waldes. Eines war nun absolut sicher, vor Taras stand die Hüterin dieses Waldes! Eine Druidin, die jedoch so anders erschien als jene im Zirkel seiner damaligen Lehrmeisterin. Ob diese hier wohl selbst einem angehörte? Wahrscheinlich eher nicht, doch wenn dann würde sie mit Sicherheit den Titel einer Erzdruidin tragen, denn sie sah danach aus, dass sie bereits sehr viele Stufen der Bewusstseinserweiterung durchlebt hatte. Wirkte ihre Präsenz doch als stünde Taras der Mutter Natur höchstpersönlich gegenüber.
Doch irgendetwas an ihr schien ihm vertraut, als wäre er ihr schon einmal begegnet. „Verzeiht, dürfte ich Euch nach Eurem Namen fragen?“
Die Druidin lächelte sanft und antwortete: „Helene“.

Mit einem Mal blitzten Bilder vor seinem inneren Auge auf. Die verwitterten Gemälde, der mottenzerfressene Wandteppich auf dem er jenen Namen gelesen hatte … war diese Frau etwa eine Nachfahrin der Herrschaften zu Hohenfall oder gar selbst Überlebende der damaligen Zeit? Druiden konnten durch den Segen von Mutter Natur sehr alt werden, hunderte von Jahren, während ihr Körper sich kein bisschen im natürlichen Alterungsprozess verlor.
Taras sprach Helene auf seinen Verdacht hin an, doch sie konnte ihm keine Antwort darauf geben. Der Preis um Mutter Natur näher zu kommen war es seine eigene Vergangenheit und jegliche Erinnerungen daran hinter sich zu lassen. Welche Enttäuschung, doch so leicht würde der König von Eisengut sich nicht geschlagen geben! Er hatte davon gehört, dass Menschen die ihre Erinnerungen verloren hatten diese schlagartig zurück erhielten, wenn sie mit Gegenständen oder Orten aus ihrer Vergangenheit wieder in Berührung kamen. Helene war vielleicht der Schlüssel zu den Gerüchten und Legenden, die sich über dieses Land erzählt wurden! Also bat er sie darum ihn zur Burg zu begleiten, um ihr seine Begleiter vorzustellen und sie die Druidin um die Erlaubnis für ihr Lager in diesen Landen bitten zu lassen. Er war überzeugt dass dieser Ort Wirkung auf Helene hätte, wenn sie wahrhaftig mit ihm verbunden war. Zu seiner Freude willigte sie ein!

 

Erster Kontakt mit dem Dämon
(1. Con im September 2016 auf Burg Herzberg)

Nachdem das Lager errichtet war, hatte Wolfgang einen Trupp entsanden um das umliegende Land zu erkunden, zu sichern und Feuerholz zu sammeln. Sie hatten die klare Anweisung bekommen lediglich Bodenholz aufzusammeln und nur wenn es gar nicht anders möglich war einen jungen Baum zu fällen. Seit Taras dem Druidentum angehörte konnte er sehr ungemütlich werden, wenn die Ressourcen der Natur unnötig abgeerntet wurden. Während die Übrigen die Zelte einräumten und Schlafplätze errichteten, hörten sie auf einmal Schmerz- und Kampfgeschrei. Im Licht der Abenddämmerung packte Wolfgang sein Schwert und eilte seinen Freunden zur Hilfe.
Schon von Weitem erkannte er ein Licht, das nicht zu den natürlichen Phänomenen der Natur gehörte. Der beginnende Abend ließ die Umgebung in seinem rötlichen Licht oft erscheinen als würde sie brennen. Doch das dort vor den Toren der verlassenen Burg waren wahrhaftige Flammen! Gerade als Wolfgang das Tor passierte wurde er der Gestalt in den Flammen noch gewahr, bevor diese mit einem grausigen Lachen verschwand. Rot und schwarz mit einer Fratze trotz menschlicher Form, ein Maul einem Drachen gleich und Hörnern auf seinem Haupt … dieses Wesen war eindeutig nicht von dieser Welt! „D… Dämon …“ stammelten seine verwundeten Kameraden. Wo war nur Taras? Seine heilenden Fähigkeiten wären nun sehr von Nutzen!

Sicher und selbstbewusst bewegte sich die Druidin durch ihren Wald. Manche der Pflanzen schienen ihr regelrecht den Weg frei zu geben, bevor sich das Dickicht für andere wieder verschloss. Doch Schnelligkeit schien nicht Helenes`Stärke zu sein. Für Taras`Geschmack hätte sie sich ruhig etwas schneller bewegen dürfen! Doch wahrscheinlich spielte Zeit für DIESE Druidin schon längst keine Rolle mehr. Die beginnende Dunkelheit würde bald ein Problem darstellen, als sich Taras ein weiteres Geheimnis das diese Frau umrankte offenbahrte. Mit einem Mal summte sie eine leise, mystische Melodie und als der letzte Ton verklang, da erstrahlten die weißen Blumen an ihrem Stab in einem zarten Licht, das ihren Weg erhellte.
„Mondblumen“, sagte Helene sanft lächelnd, als sie Taras`überraschten und bewundernden Blick sah. Schweigend setzten sie ihren Weg fort, bis der Wald sich lichtete und den Weg zur Burg freigab. Er war sehr gespannt auf die Reaktionen der Druidin und beobachtete sie daher sehr genau. Leider zeigte sie beim Anblick der Burg keinerlei Regung. Vielmehr irritierte sie eine Stelle ein Stück weit vor den Burgtoren. Helenes` Blick wurde ernst, sie blieb stehen und schien mit prüfendem Blick in sich hinein zu fühlen und dabei forschenden Blickes ihre Umgebung zu erkunden. Lag es daran dass sich Erinnerungen in ihrem Geist erhoben oder…
„HALT! WER SEID IHR!?“

 

…….. wird fortgesetzt

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